Die Dokumentation von NZZ Format über Gewalt in der Geburtshilfe hat mich tief berührt. Sie hat Trauer in mir ausgelöst – und auch Wut. Trauer darüber, dass Frauen in einem der sensibelsten Momente ihres Lebens verletzt werden. Wut darüber, dass dies auch heute noch geschieht.
Gleichzeitig empfinde ich grosse Dankbarkeit, dass ein so wichtiges Thema im Schweizer Fernsehen differenziert, ehrlich und mitfühlend aufgegriffen wird. Besonders berührend fand ich den Mut der Frauen, ihre Erfahrungen öffentlich zu teilen – und die respektvolle Art, wie ihre Wahrnehmungen ernst genommen und wertfrei anerkannt wurden.
Auch die World Health Organisation benennt dieses Thema klar: Respektlose oder missbräuchliche Behandlung während der Geburt stellt eine Verletzung grundlegender Menschenrechte dar. In ihren Veröffentlichungen beschreibt sie verschiedene Formen von Gewalt in der Geburtshilfe.
- körperliche Übergriffe
- verbale Grenzüberschreitungen oder entwürdigende Kommunikation
- medizinische Eingriffe ohne Aufklärung und Einwilligung
- Missachtung von Bedürfnissen und Grenzen
- Diskriminierung oder ungleiche Behandlung
- sowie strukturelle Bedingungen, die zu Ohnmacht und Kontrollverlust führen können
Mein Anliegen in der Begleitung von schwangeren Frauen
Ich wünsche mir, dass wir als Gesellschaft offener über diese Themen sprechen. Dass Frauen sich gegenseitig zuhören, sich stärken und begleiten. Und dass Heilung dort geschehen darf, wo Verletzungen entstanden sind.
Härzlich,
Ariana
- Quellen und weiterführende Literatur:
- srf.ch | Beitrag Gewalt in der Geburtshilfe – Wenn die Geburt zum Albtraum wird
- Verein Gewaltfreie Geburtshilfe: Anlaufstelle für Betroffene und weitere Quellen/Informationen
- WHO: Bereits 2014 veröffentlichte die World Health Organization ein Statement zur Prävention und Beendigung respektloser und missbräuchlicher Behandlung während der Geburt und fordert mehr Sensibilisierung, Forschung und respektvolle Begleitung von Gebärenden


